BookSins Vol. 2

Willkommen zu BookSins Vol. 2 – heute geht es um eine ‚Dark‘-Mafia-Romance Geschichte.
Bei 30% hab ich beschlossen euch an dieser spektakulären Story teilhaben zu lassen. Wer das erste Mal verpasst hat >Hier gehts zu Vol. 1<

Warnung: Humor und ein Alter von 18+ Jahren empfiehlt sich!

Wir nennen unseren männlichen Protagonisten, badass-Alpha und zukünftiger Mafiaboss: Fiffy.
Denn Fiffy hat Gefühle und so sexistisch das jetzt auch ist: wenn ich eine Mafia-Liebesgeschichte lese, erwarte ich ein Mindestmaß an Arschloch-Syndrom und Brutalität. Fiffy ist aber lieb, verständnisvoll und so super soft, dass sich eine gewisse Toilettenpapier-Marke überlegen sollte ihn in Zukunft als Testemonial zu nutzen. Nennen wir Fiffys Mafia-Legion mal Wannabe.

Unsere weibliche Prota nennen wir Jojo.
Sie ist super behütet in einer anderen Mafia-Familie (die wir Spice Girls nennen) groß geworden. Sie wird von ihrem Daddy an Fiffys Familie ‚verkauft‘, damit die Spice Girls nicht sterben müssen. Eigentlich hätte den Job ihre ältere Schwester Sally übernehmen sollen, aber die hat einen unerwarteten Braten im Rohr. Fiffy, als Erbe des Imperiums (ich hätte ihn doch Anakin nennen sollen),  soll eine Jungfrau kriegen (kein Mensch weiß so genau warum, aber ich mein Jungfrauen zu entjungfern macht sicher viel Spaß mit all dem Blut und so). Nachdem Sally offensichtlich gebärfreudiger ist als Jojo, wird Jojos Jungfräulichkeit vor Publikum überprüft (nicht wie ihr denkt, ihr Schweinchen! noch gibt es keinen Sex!) und dann wird sie für ein paar Jahre auf eine Klosterschule geschickt, bis sie alt genug ist um Fiffy sexuell zu dienen. Ich bin ja der Meinung sie wäre dafür in einem Harem oder Puff besser aufgehoben, als in einer katholischen Mädchenschule, aber mich hat ja keiner gefragt. Mal davon abgesehen, versteh ich nicht warum sie überhaupt gewartet haben bis sie 21 ist. Aber ich bin auch offensichtlich unzivilisierter als die Mafia.

Jojos Daddy bringt sich kurz vor ihrer ‚Übergabe‘ an die Wannabes sicherheitshalber um, er will ja nicht mitansehen müssen, wie sein kleines Mädchen missbraucht wird. Fiffys Daddy wiederum ist der ultimative Bösewicht und dafür bekannt Leuten böse Dinge anzutun die böse zu ihm sind (ich hab zwar bis zum Schluss keine echte Bestätigung für diese Behauptung gefunden aber lassen wir das mal so stehen). Deswegen hält Jojo es auch für eine gute Idee ihn bei jeder Gelegenheit zu reizen. Überlebensinstinkte sind aber auch sowas von Mittelalter!

Ein paar emotionale Ausbrüche Jojos später haben sie und Fiffy auch Sex. In einer Stellung von der ich noch nie im Zusammenhang mit einer Entjungferung gelesen habe, aber darüber wollen wir uns auch nicht beschweren. Die Sexszenen könnten zwar öfter in Erscheinung treten, aber sie sind gut gemacht. Nichts das irgendeine Form von ‚Dark‘ im Titel verdient hätte, aber immerhin Sex!

Die Autorin scheint auch ein anderes Verständnis von Zeit zu haben als ich und Marty McFly, aber dafür gibt es sicher gute Gründe. Risse im Raum-Zeit-Kontinuum zum Beispiel.

Fiffy warnt seine Jojo wiederholt davor seinen Dad zu provozieren, denn er wird eine Bestrafung nicht verhindern können. Wahrscheinlich möchte Jojo, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit – oh ein Schmetterling! – in Tränen ausbricht, einfach nur dominiert werden. Ich mein – es ist eine Mafia-Romance – irgendeine Form von Kink ist da ja vorprogrammiert. Es kommt also wie es kommen musste, Jojo benimmt sich in einer Weise die mich an ihrem Intelligenzquotienten zweifeln lässt. Fiffys Daddy verlangt eine Bestrafung.

Das ist der Moment in dem ich dachte, uh ja! es geht los! Pustekuchen. Alle außer Fiffy und Jojo verlassen den Raum. Aha. Ich mein, ich hätte zusehen wollen, aber ich bin wie bereits festgestellt pervers und bösartig im Vergleich zur Mafia. Fiffy versohlt Jojo mit dem Gürtel den Hintern (man weiß ja nicht was der böse Vater sonst getan hätte). Sie weint und schreit und als die Leute im Nebenraum anfangen zu quatschen ist es wohl langweilig geworden, weswegen Fiffy aufhört. Jojo ist zwar verstört, aber feucht, also haben sie Sex und sie schreit während ihrem Orgasmus, dass sie ihn hasst. Gott sei Dank sind sie da schon in ihrem eigenen Zimmer, sonst hätte er sie vielleicht nochmal bestraft und sie wär 3-5x gekommen. Das Risiko wollte keiner eingehen. Man stelle sich vor, jemand aus der Mafia hätte zugesehen!

Eigentlich müsste ich für die folgenden Momente in denen ich Jojo am liebsten Gesicht voraus gegen die Wand geklatscht hätte weiter ausholen. Für jemanden der in der Mafia-Szene groß geworden ist, egal wie behütet, benimmt sie sich dümmer als Bohnenstroh. Sie ist ein bisschen wie ein kleines Kind in der Warum-Phase, aber wenn ihr die Antworten nicht gefallen kriegt sie einen hysterischen Anfall. Warum passiert all das? Warum gerade ich? Warum verletzt er meine Gefühle? Warum will er Sex? Warum will er keinen Sex? Warum will er meinen Gehorsam? Warum kann ich mich nicht einfach von anderen bösen Mafia-Leuten umbringen lassen, wenn ich doch unbedingt alleine das Grundstück verlassen will?

Aber wir sind erst bei knapp 50% und deswegen beschränken wir uns auf die Highlights. Fiffy ist weiterhin super lieb, super verständnisvoll und ist kurz davor sich selbst (wenigstens mental) zu kastrieren weil er der armen Jojo nicht weh tun will, sie hätte was besseres verdient, yaddah yaddah bli bla blub. Er lässt dermaßen den Alpha raushängen, es ist als würde er das Wort völlig neu definieren.

In der Zwischenzeit vögelt Sally mit ihrem Cousin und plant den Tod oder die Machtübernahme der Wannabes. Wahrscheinlich beides. Nach einem weiteren hysterischen Anfall flüchtet Jojo zu Sally und erzählt ihr, dass Fiffys Dad den Cousin tot sehen will, der seinen Untergang plant. Ich versteh auch nicht warum hier alles mit Mord und Totschlag gelöst wird! Immer diese unreife Mafia! Mit sowas rechnet doch keiner und überhaupt, das ist so unfair! Fiffy ist so ein Arsch. Ich weiß zwar nicht warum das Fiffys Schuld ist, aber darum gehts ja hier nicht. Nur weil er bisher nichts getan hat um ihren Hass zu verdienen und sie schon weiß, dass sein Vater die Strippen zieht, heißt das nicht, dass sie ihn nicht für alles verantwortlich machen kann. Er könnte ja auch einfach auf alles pfeifen, sich umbringen und dann würde Jojo an seinen Dad oder Bruder weitergereicht. Ich bin sicher die sind viel netter und vor allem geduldiger. Das haben sie bisher auch immer wieder bewiesen.

Nebenbei sollte ich kurz erwähnen: Es ist außer dem Selbstmord-Vater bisher noch keiner gestorben, oder auch nur verprügelt worden. Das einzige Blut das geflossen ist war Jojos gerissenes Jungfernhäutchen. Es wurden keine Leichen vergraben, keine Polizisten bestochen, keine Drogen vertickt oder sonst irgendwas illegales gemacht. Für eine Dark-Mafia-Romance ist das so heftig, ich weiß einfach nicht ob ich heute Nacht noch gut schlafen kann. Wahrscheinlich nicht.

Analsex & eine Zauber-Klitoris. 4 Orgasmen bis er ihn komplett drin hat. Fräulein, du gehst wahrscheinlich schon baboom wenn man deine Perle nur schief anschaut. Ich halte viel von unverhältnismäßig vielen Orgasmen ohne Anlass. Aber ich bin schon etwas neidisch auf diese Leistung.

Schön fand ich auch die Szene in der Fiffy und Jojo in der Badewanne sitzen. Der Bodyguard platzt ins Schlafzimmer und erklärt Fiffy, dass es dringend ist. Deswegen fragt Jojo Fiffy was so dringend ist. Ich weiß zwar nicht wie er das hätte riechen sollen, aber ich finde sie hätte da ruhig einen Aufstand deswegen machen können. Weil er muss nicht so geheimniskrämerisch tun. Er soll es ihr einfach erzählen sobald er es weiß! Oh… warte… das tut er ja. Mein Fehler.

Ich gestehe den Rest nur noch überflogen zu haben, weil ich die Spannung einfach nicht mehr aushielt, bis ich an einem Punkt fast einen Lachkrampf bekam.
An dieser Stelle möchte ich nochmal die Ausgangssituation hervorheben, damit ihr dem Irrsinn dieses Plots folgen könnt.
Die Spice Girls und die Wannabes führen Krieg. Die Spice Girls haben verloren und um das Überleben der Spice Girls zu garantieren, sollte die älteste Tochter an die Wannabes übergeben werden. Der Logik halber an den ältesten Sohn (Fiffy). Fiffy gibt selbst aber zu, dass es egal ist wer in der Familie sie übernimmt. Also ob sein Bruder, sein Vater oder er ist wurscht.
So weit so gut. Sally ist aber keine Jungfrau mehr, weil sie geschwängert wurde und deswegen nicht mehr in Frage kommt. Daher wird Jojo an die Wannabes übergeben und der Vater von Jojo und Sally begeht Selbstmord, weil er seine Tochter an den Feind ausliefert.
Tja bis sich herausstellt: Sally wurde von Fiffys Bruder geschwängert. Und Daddy Dearest wusste das.
Ich wiederhole: eine Tochter geht an einen der Brüder – das ist der Deal. Eine Tochter hatte schon mit einem Bruder Sex, aber der Vater übergibt stattdessen seine andere Tochter an einen anderen Bruder und bringt sich um.

Aha. Mit anderen Worten die Prämisse der Story ist kompletter Kericht. Kann man so machen, muss man aber nicht.

Um dem Ganzen noch die Krönung aufzusetzen:  niemand außer dem Selbstmord-Vater stirbt. Es gibt nichts illegales, keinen Einblick womit die Spice Girls oder die Wannabes ihr Geld verdienen, nur eine aufgeblähte Seifenblase aus Schall und Rauch.

Man muss wenigstens neidlos anerkennen, dass man selbst mit einem irrwitzigen Plot, flachen Charakteren und einer Themen- sowie Genreverfehlung der Extraklasse Leser findet, denen das gefällt. Ich ziehe meinen Hut.

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